Mandatsanfrage-Vorqualifizierung mit Terminvorschlag

Anonymisiertes Anwendungsbeispiel. Geprüft am 18. August 2026.

Aufgabentyp
Qualifizierung
Betrieb
Hybrid
Aufwand
Mittel
Zeitrahmen
4–6 Wochen
Quelle
Anonymisiert

Aufgabe

Anfragen kommen per Telefon, Kontaktformular und E-Mail: eine erhaltene Kündigung, eine geplante GmbH-Gründung, ein Notartermin für den Hauskauf. Das Sekretariat fragt Grunddaten ab, klärt das Rechtsgebiet, bereitet die Kollisionsprüfung vor und vergibt Termine. Bei Kündigungen zählt jeder Tag; außerhalb der Bürozeiten bleiben Anfragen liegen.

Lösungsweg

Ein Formular- oder Chat-Assistent auf der Website nimmt strukturiert auf: Rechtsgebiet, Rolle (Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, Käufer oder Verkäufer), Gegenseite für die Kollisionsprüfung, Eilindikatoren wie das Zugangsdatum einer Kündigung, gewünschter Standort. Ausgabe ist ein strukturierter Datensatz plus Terminvorschlag im Kalender des passenden Anwalts; bei Eilindikator geht sofort eine Benachrichtigung ans Sekretariat. Der Assistent gibt keine Rechtsauskunft und macht keine Mandatszusage.

Kontrollpunkt Ein Mensch prüft oder gibt das Ergebnis frei.

Wie es technisch abläuft

Jeder Schritt bleibt einzeln prüfbar; Komponenten werden nur dort genannt, wo sie festgelegt sind.

  1. 01 Anfrage Formular / Chat auf der Website
  2. 02 Strukturierung LLM über Privacy Gateway
  3. 03 Eilprüfung n8n, Regelwerk Zugangsdatum
  4. 04 Terminvorschlag Kalender, vorläufig
  5. 05 Freigabe Sekretariat / Anwalt

Vorher und Nachher

Die Veränderung wird als Arbeitsablauf beschrieben, nicht als Erfolgsversprechen.

Vorher

  • Telefonannahme bindet das Sekretariat, Rückrufe ziehen sich
  • Unvollständige Angaben fallen erst im Ersttermin auf
  • Anfragen nach Feierabend gehen verloren

Nachher

  • Vollständige Erstdaten liegen vor dem Termin vor
  • Eilfälle sind erkannt und gemeldet
  • Terminvorschlag und Kollisionsprüfung sind vorbereitet

Dokumentierte Ergebniswerte

Die Werte gelten im jeweils beschriebenen Szenario und sind kein allgemeiner Benchmark.

Rechtsauskünfte durch das System
0
Anfragen außerhalb der Bürozeiten mit Erstantwort
alle
Rückrufschleifen bis zum Ersttermin
weniger

Grenzen und bewusste Entscheidungen

Diese Bedingungen gehören zum Lösungsweg und dürfen nicht aus dem Szenario herausgekürzt werden.

  • Keine Rechtsauskunft und keine Erfolgsprognose gegenüber Anfragenden
  • Keine verbindliche Terminbestätigung vor der Kollisionsprüfung
  • Ein Sprachagent am Telefon müsste sich nach Art. 50 KI-VO als KI zu erkennen geben

Werkzeug-Stack

n8n workflow LiteLLM llm-zugang Typebot / eigenes Web-Formular (self-hosted) Kalender (Kanzleisoftware oder CalDAV)

Der Assistent sammelt und sortiert. Ob und wer das Mandat annimmt, entscheidet die Kanzlei. Das ist keine Feinheit: Die Kollisionsprüfung nach § 43a Abs. 4 BRAO lässt sich vorbereiten, aber nicht automatisieren, und ein vorschnell bestätigter Termin ist schwerer zurückzunehmen als ein vorgeschlagener.

Was funktioniert

  • Strukturierte Aufnahme mit Zuordnung zum Rechtsgebiet und zum Standort
  • Erkennung von Eilindikatoren wie Zugangsdatum einer Kündigung oder anstehendem Gerichtstermin
  • Terminvorschlag samt Erinnerung an die mitzubringenden Unterlagen

Was im Szenario bewusst ausgespart bleibt

  • Keine Rechtsauskunft, keine Einschätzung von Erfolgsaussichten oder Abfindungshöhen
  • Keine Mandatsannahme und keine verbindliche Terminzusage durch das System
  • Keine Verarbeitung ohne Datenschutzhinweis und ohne erkennbaren KI-Einsatz

Die BRAK legt in ihren Hinweisen (12/2024) bei direktem KI-Kontakt mit Mandanten einen erhöhten Sorgfaltsmaßstab an – deshalb ist der Assistent hier bewusst ein Aufnahmeformular und kein Beratungsbot. Was danach an Unterlagen fehlt, holt der Unterlagen-Nachfass; für Kündigungsschutzmandate schließt die Erstaufnahme mit Fristhinweis an.