Vertragsentwurf und Redline aus dem Kanzlei-Playbook

Anonymisiertes Anwendungsbeispiel. Geprüft am 18. August 2026.

Aufgabentyp
Produktion
Betrieb
Self-hosted
Aufwand
Mittel
Zeitrahmen
6–10 Wochen
Quelle
Anonymisiert

Aufgabe

Im Handels- und Vertragsrecht entwerfen und verhandeln die Anwälte Liefer-, Dienstleistungs-, Geschäftsführer- und Gesellschafterverträge sowie AGB. Der Erstentwurf entsteht aus Mustern und früheren Verträgen, der Gegenentwurf der anderen Seite wird gegen die eigenen Standardpositionen geprüft – beides von Hand, mit Copy-and-paste aus Altverträgen.

Lösungsweg

Je Vertragstyp ein Playbook mit Standardposition, Rückfallposition und No-Go sowie eine gepflegte Vorlagenbasis. Für den Erstentwurf befüllt das System die Vorlage aus einem strukturierten Auftragsblatt – Parteien, Gegenstand, Laufzeit, Haftung, Gerichtsstand – und weist auf offene Punkte hin. Für Gegenentwürfe erzeugt es einen Vergleich gegen das Playbook mit Änderungsvorschlägen im Word-Änderungsmodus. Der Anwalt entscheidet Klausel für Klausel.

Kontrollpunkt Ein Mensch prüft oder gibt das Ergebnis frei.

Wie es technisch abläuft

Jeder Schritt bleibt einzeln prüfbar; Komponenten werden nur dort genannt, wo sie festgelegt sind.

  1. 01 Auftragsblatt strukturierte Eckdaten
  2. 02 Entwurf Vorlage + lokales LLM
  3. 03 Abgleich Playbook, versioniert
  4. 04 Redline DOCX im Änderungsmodus
  5. 05 Entscheidung Anwältin / Anwalt, klauselweise

Vorher und Nachher

Die Veränderung wird als Arbeitsablauf beschrieben, nicht als Erfolgsversprechen.

Vorher

  • Passendes Muster suchen, aus Altverträgen zusammensetzen
  • Gegenentwurf Absatz für Absatz von Hand vergleichen
  • Standardpositionen leben in den Köpfen einzelner Partner

Nachher

  • Erstentwurf aus dem Auftragsblatt in Minuten
  • Gegenentwurf mit markierten Abweichungen und Formulierungsvorschlag
  • Das Playbook ist versioniert und für alle gleich

Dokumentierte Ergebniswerte

Die Werte gelten im jeweils beschriebenen Szenario und sind kein allgemeiner Benchmark.

Formulierungen außerhalb des Playbooks ohne Kennzeichnung
0
Zeit bis zum Erstentwurf
kürzer
Klauselvergleich je Gegenentwurf statt manuell
strukturiert

Grenzen und bewusste Entscheidungen

Diese Bedingungen gehören zum Lösungsweg und dürfen nicht aus dem Szenario herausgekürzt werden.

  • Keine Verträge zu Typen, für die kein Playbook existiert
  • Keine Rechtsprechungszitate durch das Modell
  • Kein Entwurf verlässt die Kanzlei ohne anwaltliche Freigabe

Werkzeug-Stack

n8n workflow Ollama / vLLM (lokal) DOCX-Vorlagenbasis Playbook-Datenbank

Das Playbook der Kanzlei bleibt der Maßstab. Das System schreibt daraus vor, der Anwalt entscheidet. Wo das Playbook schweigt, schweigt auch der Entwurf – markierte Lücken sind das gewollte Ergebnis, nicht ein Mangel des Systems.

Was funktioniert

  • Standardverträge mit klarer Struktur aus strukturierten Eckdaten vorbefüllen
  • Wiederkehrende Klauselverhandlungen gegen Standard- und Rückfallposition spiegeln
  • Änderungsvorschläge im Word-Änderungsmodus, die der Anwalt einzeln annimmt oder verwirft

Was im Szenario bewusst ausgespart bleibt

  • Keine freie Formulierung außerhalb des Playbooks ohne Kennzeichnung
  • Keine automatische Versendung an Mandanten oder die Gegenseite
  • Keine Bewertung, ob eine Rückfallposition im konkreten Fall verhandelbar ist

Die Prüfrichtung desselben Bestands beschreibt der Vertrags-Check gegen die Klauselbibliothek; das verwandte Muster außerhalb des Rechtsbereichs ist die Angebotskalkulation aus Projekthistorie.